Sollte es ein Kursus (a) nach dem klassischen Konzept werden (ein Abend pro Woche für ca. 2½ Stunden, etwa 14 Wochen Dauer, (b) sollte es ein Fernkurs werden à la Eckart Moltrecht (DJ4UF) [3] oder (c) sollten wir unser Konzept eines einwöchigen Kompaktlehrgangs aus dem Jahr 2006 aktualisieren?
Die Diskussion zog sich einige Wochen hin und hatte schließlich folgendes Ergebnis:
- Es wird ein einwöchiger Kompaktlehrgang täglich von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr in den hessischen Herbstferien, so dass insbesondere Schüler daran teilnehmen können.
- Aus Platzgründen ist die Teilnehmerzahl auf 14 beschränkt.
- Der Kurs wird für die Teilnehmer kostenlos sein, nur die Kosten für Lernmittel, d.h. Bücher, Fragenkataloge etc. tragen sie selbst. Zusätzliches Ausbildungsmaterial, Lernprogramme etc. sollen aus dem Internet von [4], [5] und [6] bezogen werden können.
- Vom Ausbilderteam wird ein Flyer erstellt; eine Internetseite wird aufgebaut und mit der Seite des OV F05 [2] verlinkt. Flyer und Internetseite werden in einheitlichem Design erstellt, um so die Aufmerksamkeit und die Werbewirksamkeit zu erhöhen.
- Über den Lehrgang wird im Internet und durch Flyerversand informiert.
- Ein Stundenplan wird erstellt und die Verteilung des Lehrstoffs auf die Ausbilder wird festgelegt.
- 4 Wochen vor Kursbeginn wird als Einstimmung auf den Lehrgang ein Informations- und Kennenlernnachmittag durchgeführt.
- Ende Oktober 2012 folgt dann eine Woche Intensivkurs … die eigentliche "Druckbetankung"
- Unmittelbar vor der Prüfung bei der Bundesnetzagentur steht das Ausbilderteam an zwei Nachmittagen für Frage-und-Antwort-Sessions, die durch die Teilnehmer gestaltet werden, bereit.
Bei der Entwicklung des Flyers hatten wir glücklicherweise die Unterstützung eines professionellen Designers [7] (mein Sohn Sebastian), der uns auch unentgeltlich einen Server im Internet [8] zur Verfügung stellte. Über diesen Server erfolgten die online-Anmeldungen, ebenso wie das Laden der Vortragsunterlagen, so dass keine zusätzlichen Kosten für Handzettel entstanden. Zeitgleich versorgte Werner Divé (DL7PD) die OVen über den Großraum Rhein/Main hinaus, Schulen mit dem Flyer, legte Exemplare an exponierten Standorten aus und veröffentlichte die Mitteilung im Hessenrundspruch und in der CQ DL.
Ab Ende der Hessischen Sommerferien gingen die Anmeldungen per Mail ein. Die eingehenden Mails hatten es schon fast ahnen lassen, unser Kennenlern-Nachmittag hat es dann bestätigt: Kein einziger Schüler unter den Interessenten; fast ausschließlich Berufstätige, die sich die Zeit wirklich nehmen müssen! Umso erfreulicher, dass der Kurs dann mit hochmotivierten, vorwiegend berufstätigen Teilnehmern besetzt war. – Was für ein Enthusiasmus, einfach tolle Startbedingungen!
Am 22. Oktober 2012 um 09:00 Uhr ging es dann pünktlich in der zum Schulungsraum umfunktionierten Werkstatt, die Klaus Wörner (DJ9DX) auf seinem Gelände kostenlos zur Verfügung stellte, los. Zwölf angehende Amateurfunker stellten sich einem strammen sportlichen Programm – alle Themen aus den Lehrbüchern Moltrechts und alle prüfungsrelevante Fragen aus den Bereichen Technik, Betrieb und Gesetze und Verordnungen wollten behandelt werden; an fünf Tagen, jeweils von 09:00 bis 17:00 Uhr! Für die Lehrgangsteilnehmer wirklich ein hartes Stück Arbeit.
Diese Woche war überaus fordernd, hat jede Menge Spaß gemacht und uns alle zu einem gestandenen, schlagkräftigen Team gemacht. Ein ehrliches großes Kompliment für die bemerkenswerte Disziplin und die herausragende Ausdauer haben sich alle Teilnehmer und die Ausbilder Klaus Wörner (DJ9DX), Jakob Strickler (DK3CW), Herbert Raidl (DK5EA), Klaus Nöll (DL4FCY) und Werner Divé (DL7PD) verdient. Der Kurs war fast vollständig am letzten Lehrgangstag, Freitagabend um 17:00 Uhr vertreten!
Wie geplant fand an zwei Nachmittagen in zwangloser Runde ein Treffen statt, um offene Fragen aus den Bereichen Vorschriften und Betrieb bzw. Technik zu klären und den Wissensstoff zu vertiefen.
Am 3. Dezember 2012 war es dann soweit: Die Prüfung bei der Außenstelle der Bundesnetzagentur in Eschborn bei Frankfurt an Main stand an. Acht Teilnehmer trauten sich diesen Schritt nach kurzer Vorbereitung zu wagen. Ein Prüfling hatte sich schon im Vorfeld entschieden, die Prüfung in zwei Schritten abzulegen und schloss diesmal den technischen Teil erfolgreich ab. Sechs Kandidaten legten ihre Prüfung erfolgreich ab, darunter einer, der mit dem erworbenen Wissen sogar die Prüfung zur Amateurfunkklasse A wagte und bestand. Gratulation, einfach gut gemacht!
Müssen gute Dinge wiederholt werden? Wir denken jedenfalls schon über eine Aufstockung zur Klasse A nach oder eine Auffrischung für die Kollegen, die noch nicht an der Prüfung teilgenommen haben oder einen neuen Kurs.
Eine kleine Anekdote zum Schluss: Vor knapp 25 Jahren drückte Werner Divé (DL7PD) an seinem damaligen QTH einem kleinen technisch interessierten Bub, der die Antennen bewunderte, seine QSL-Karte als Visitenkarte und Erinnerung in die Hand. Genau diese Karte bekam er wieder von einem Kursteilnehmer zu Gesicht, der jetzt erfolgreich seine Prüfung absolvierte – es war genau jener "kleiner Bub", der etwas älter geworden, das Interesse am Amateurfunk nicht verloren hatte! Manchmal muss man bei der Jugendarbeit und der Ausbildung halt in anderen zeitlichen Dimensionen denken …
Karl-Heinz Wolf, DC4PC, DC4PC(at)darc.de
PS: Wer sich bzgl. Ausbildungsunterlagen und dem Kurskonzept mit mir austauschen möchte, der kann gerne mit mir Kontakt aufnehmen.
Links
[1] Museum für Kommunikation in Frankfurt am Main http://www.mfk-frankfurt.de
[2] Website des Ortsverbandes F05 http://www.f05.de
[3] Website von Eckart Moltrecht (DJ4UF) http://www.dj4uf.de
[4] AfuP http://www.afup.a36.de
[5] Afu-Trainer http://www.oliver-saal.de/software/afutrainer
[6] Lichtblicke http://www.darc.de/uploads/media/Lichtblick-A.pdf
[7] Alpha-Wolf Design http://alphawolf-design.de
[8] Amateurfunkausbildung im F05 http://funkausbildung-f05.alphawolf-design.de
Alle Veröffentlichungen des Kurses in der Top-Ergebnisliste der Google- Suche:
alpha-wolf design amateurfunk*