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Deutschland-Rundspruch 24/2012, 24. KW

DARC e.V. Lindenallee 4, 34225 Baunatal, Telefon 0561 949880
Deutschland-Rundspruch 24/2012, 24. KW
(Redaktionsschluss: Mittwoch 10 Uhr, freigegeben für Rundspruchsendungen ab Donnerstag, den 14. Juni 2012, 17:30 UTC. Aktuelle Audiofassung unter www.darc.de/uploads/media/dlrs.mp3 )
(An die Rundspruchsprecher: Internet-Linkverweise nicht vorlesen, z.B. [X]; lediglich für die Schriftfassung werden diese am Ende des Rundspruches aufgelistet.)

Hallo, liebe SWLs, YLs und OMs,
Sie hören den Deutschland-Rundspruch Nummer 24 des Deutschen Amateur-Radio-Clubs für die 24. Kalenderwoche 2012. Diesmal haben wir Meldungen zu folgenden Themen:

- Deutsche Funkamateure der Klasse A dürfen auf Mittelwelle
- Besuchen Sie die 37. HAM RADIO in Friedrichshafen
- Aufbau digitaler Relais in Friedrichshafen
- eQSL-System meldet 250 Millionen Datensätze
- Neue Erkenntnisse im Fall Festnahme von SV5/DJ6SI
- Äußerungen zur Änderung der Wahlordnung gewünscht
- Nachrichten der DARC-Bandwacht
- Aktuelle Conteste
und
- Was gibt es neues vom Funkwetter?

Hier die Meldungen:

Deutsche Funkamateure der Klasse A dürfen auf Mittelwelle
Im Amtsblatt Nr. 11/2012 vom 13. Juni hat die Bundesnetzagentur grünes Licht zur Amateurfunknutzung der Mittelwelle gegeben.
Amateurfunkbetrieb im Frequenzbereich 472 bis 479 kHz wird ab sofort - im Vorgriff auf die Anpassungen der Frequenzverordnung und der Amateurfunkverordnung (AFuV) - von Inhabern der Zeugnisklasse A geduldet. Dieser Frequenzbereich war auf der jüngsten Weltfunkkonferenz WRC-12 in Genf dem Amateurfunk auf sekundärer Basis zugewiesen worden. Die Betriebsbedingungen in Deutschland beinhalten eine Beschränkung der effektiven Strahlungsleistung auf 1 W ERP und eine maximal zulässige belegte Bandbreite der Aussendung von 800 Hz. Im Amtsblatt weist die Behörde darauf hin, dass diese Regelung sensibel anzuwenden ist, funktechnische Störungen bei primären Nutzern zu vermeiden sind und die maximale Leistung nur dann ausgeschöpft werden sollte, wenn es zur Aufrechterhaltung einer Funkverbindung oder für experimentelle Zwecke als zwingend notwendig erachtet wird. Da in einigen Ländern bereits vor der WRC-12 auf anderen MW-Frequenzen ein Amateurfunkbetrieb möglich war, in DL aber nur Bakenbetrieb im Rahmen eines Versuchsfunks, hat das DARC-Referat für Frequenzmanagement (Ulrich Müller, DK4VW) dem zuständigen Wirtschaftsministerium vorgeschlagen den deutschen Funkamateuren den Zugang zum neuen 630-m-Band vor dem von der Konferenz festgelegten Termin 1. Januar 2013 zu gewähren.
Damit der Einstieg in das neue Amateurfunkband den DARC-Mitgliedern gut gelingt, gibt die Augustausgabe der CQ DL in ihrem Titelthema Tipps zu Antennen, Ausbreitungsbedingungen und Senderbau.

Besuchen Sie die 37. HAM RADIO in Friedrichshafen
Europas größte Amateurfunkmesse HAM RADIO ist vom 22. bis 24. Juni auf dem Messegelände in Friedrichshafen am Bodensee geöffnet. Mit dem Messe-Motto "Amateurfunk digital" legt der DARC e.V. als ideeller Träger einen Schwerpunkt auf moderne Betriebsarten und Übertragungsverfahren. Im Messe-Foyer wird es eine Sonderausstellung dazu geben. In der großen Halle A1 warten zahlreiche kommerzielle Aussteller mit technischen Neuerungen auf. Die Hallen A3 bis A5 beherbergen den Flohmarkt, auf dem man viele Schnäppchen ergattern kann. Innerhalb des 63. Bodenseetreffens wird ein umfangreiches Vortragsprogramm angeboten. Der amerikanische Amateurfunkverband ARRL prüft an seinem Stand QSL-Karten für das DXCC- und andere Diplome.
Die HAM RADIO hält auch 2012 viele interessante Termine für Contester bereit. Der Freitagnachmittag wird durch die Contest-University gefüllt, für die eine Anmeldung per Internet notwendig ist [1]. Restplätze stehen noch zur Verfügung. Offen für alle und mit dem Fokus auf internationale Besucher präsentiert sich das traditionelle Contest-Forum am Samstag um 12 Uhr in Halle A2/Raum 2. Unmittelbar davor findet um 11 Uhr auf der Aktionsbühne die Auszeichnung zur Clubmeisterschaft und zu den DARC-KW-Contesten statt. Dieser Termin ist neu im Programm und man hat Möglichkeit in angenehmer Umgebung den Besten des Jahres 2011 Beifall zu spenden und sich über den Weg zum Erfolg zu informieren. Um 15 Uhr stehen auf der Aktionsbühne die UKW-Wettbewerbe im Mittelpunkt. Für die Veranstalter hofft Michael Höding, DL6MHW, dass die neuen Termine gut angenommen werden, auch wenn sie nicht im gedruckten HAM RADIO-Programm stehen.
Ausführliche Informationen wurden bereits in der Juni-Ausgabe der CQ DL veröffentlicht und werden auch nochmals im Messekatalog zusammengefasst, der der Juli-Ausgabe beiliegt.

Aufbau digitaler Relais in Friedrichshafen
Während der HAM RADIO sind - passend zum Motto der diesjährigen Messe - einige digitale Relais in Friedrichshafen auf 2 m, 70 cm und 23 cm aufgebaut. Zum Einsatz kommen folgende Systeme: D-Star, DMR, APCO25 und Tetra. Eine vollständige Liste mit Ausgabe, Ablage, Eingabe und weiteren Informationen finden Sie auf der DARC-Webseite zur HAM RADIO vom 22. bis 24. Juni [2]. Direkt im Foyer der Messe organisiert der DARC eine umfangreiche Präsentationsfläche, auf der das komplette Spektrum der neueren Digitaltechnik im Amateurfunk vorgeführt wird. Hinzu kommen mehrere Vorträge passend zu dem Thema, u.a. von digitalen Selbstbaulösungen für D-Star, über die Teilnahme an Contesten in digitalen Betriebsarten bis zum Einsatz der modernen Technik im Notfunk. An der Aktionsbühne diskutieren die Fachleute zudem über die künftige Entwicklung in Deutschland und Europa.

eQSL-System meldet 250 Millionen Datensätze
Zum Monatswechsel Mai/Juni haben die Nutzer der Online-QSL-Datenbank eQSL den 250 millionsten Datensatz in das System geladen. Dies melden die Betreiber des Systems. Das eQSL-Angebot umfasst QSO-Daten aus 322 Ländern. Im August erwartet man den 200 000. Nutzer. Deutschland ist mit 12 800 angemeldeten Nutzern der drittgrößte hinter den USA und England. Durch die Kopplung des DARC-Contestlogbuchs (DCL) mit dem eQSL-Dienst ergeben sich bedeutende Vorteile beim Diplomerwerb.

Neue Erkenntnisse im Fall Festnahme von SV5/DJ6SI
In Sachen SV5/DJ6SI - der Deutschland-Rundspruch Nr. 23 berichtete - liegt nun eine Entscheidung des Gerichts vor. Die Anklagepunkte hat Mike Balaskas, SV5BYR, der die Geschehnisse ebenfalls verfolgte, in seinem Internetblog zusammengefasst [3]: 1. Funkbetrieb ohne Erlaubnis durch die griechischen Behörden, 2. der Sendeempfänger verfügte über mehr Frequenzbereiche als nur die Amateurfunkbänder und 3. die Weigerung, die Geräte herauszugeben. Zu letztem Punkt schreibt Baldur Drobnica, DJ6SI, an die Redaktion: "Außerdem wurde zu meinem Notebook gegriffen, was ich zu vereiteln suchte, denn die Beschlagnahme des Notebooks stand in keinem Zusammenhang, dass der Transceiver überprüft werden müsse". In den Anklagepunkten 1 und 2 wurde DJ6SI in seiner Eigenschaft als Funkamateur freigesprochen. Für schuldig wurde er jedoch im dritten Punkt befunden - sein Anwalt hat Berufung eingelegt. OM Baldur ist mittlerweile wieder in Deutschland und wird in Griechenland von einem Anwalt vertreten, der auch in engem Kontakt mit dem griechischen Amateurfunkverband RAAG steht. Was bleibt ist die Frage, wie es überhaupt zu dieser Festnahme infolge des Amateurfunkbetriebs kam. Es deutet - so DJ6SI gegenüber der Redaktion - "... alles auf einen anonymen Hinweis hin, ich arbeite ohne Genehmigung und höre fremde Sender ab." "Die Staatsanwaltschaft berief sich in der Anklageschrift auf ein Gesetz aus dem Jahre 1929", so ergänzt DJ6SI weiter.

Äußerungen zur Änderung der Wahlordnung gewünscht

Der Satzungsausschuss bittet alle DARC-Mitglieder um Übermittlung von Anregungen, Ergänzungen und Änderungswünschen zur Neufassung der Wahlordnung und würde sich über Äußerungen bis zum 31. Juli freuen. Diese werden - wie bisher - ohne Nennung von Namen oder Rufzeichen wiedergegeben. Sofern aus einzelnen Textpassagen auf den Verfasser geschlossen werden kann, werden die entsprechenden Passagen "anonymisiert". Die im Zuge der Anhörung von DARC-Mitgliedern genannten E-Mail-Adressen werden aus Datenschutzgründen nach Abschluss der Auswertung der Äußerungen gelöscht. Gleichzeitig wird über den gegenwärtigen Stand der Arbeiten an der Neufassung der Satzung informiert. Hierbei sind noch Änderungen zu erwarten, insbesondere wegen der engen Verzahnung von Satzung und Geschäftsordnung ist von Rückwirkungen auf die Satzung auszugehen. Aufgrund der weitgehend realisierten Sprungbezüge ist bei den jeweiligen Paragraphen immer mit angegeben, wo man gerade ist (Satzung oder Wahlordnung etc.). Weitere Infos finden Sie im eingeloggten Zustand auf der DARC-Webseite [4].

Nachrichten der DARC-Bandwacht
Nachfolgend die Nachrichten der DARC-Bandwacht, zusammengestellt von ihrem Leiter Ulrich Bihlmayer, DJ9KR.
Im vergangenen Bericht meldete DK9KR ein unbekanntes CODAR-Meereswellen-Radar im Bereich 14 070 bis 14 125 kHz. Die Bundesnetzagentur hat in Zusammenarbeit mit anderen ausländischen Funkkontroll-Messstellen und Funkamateuren nun den Standort herausgefunden: Es befindet sich in Indien in der Bucht von Bengalen. Eine Störungsmeldung läuft.
Die Bänder 21 und 28 MHz sind überaus stark von den Aussendungen von Überhorizontradaren aus der Türkei und der britischen Royal Air Force auf der Insel Zypern gestört. Vor allem 15 Meter ist täglich stundenlang mit Radaren zugedeckt, wobei die Türken und die Briten manchmal gleichzeitig zugange sind. Durch die Sporadic-E-Bedingungen wurden auch im Monat Mai wieder viele Bandeindringlinge im 10-m-Band gehört, die schon seit Jahren dort aktiv, sonst aber nicht hörbar sind. Vor allem brasilianische CB-Funker in AM sind dort häufig zu hören, aber auch Taxis in FM aus den GUS-Staaten und Treibnetz-Bojen im westlichen Mittelmeer und Atlantik mit ihren CW-Kennungen. Ebenfalls im 28-MHz-Band, auf 28 181,5 kHz, war im Mai täglich ein Fernschreibsystem vom Typ "Clansman" zu hören. Die Urheber sind vermutlich die Britischen Streitkräfte auf den Falklandinseln im Südatlantik.
Wolf Hadel, DK2OM, fand im Mai häufig Funkverkehr in Fernschreiben auf 21 001,5 kHz vor. Das System heißt DPRK-FSK-600 und arbeitet mit 600 Baud und einer Shift von 600 Hz. Standort ist die nordkoreanische Botschaft in Moskau. Sie ist in Kontakt mit dem Außenministerium in Pjöngjang in Nordkorea. Auf 21 016,7 kHz war im Mai das ägyptische Außenministerium zu hören. Es sendete in SITOR-A und CODAN-9001. Der Standort der Gegenstation ist unbekannt.
Auf der HAM RADIO lädt die Bandwacht zu ihrem Treffen am 23. Juni um 10 Uhr im Saal "Schweiz" ein. Den Gastvortrag hält Peter Jost, HB9CET, von der schweizerischen Bandwacht. Er wird Tipps über das Aufspüren und Bestimmen digitaler Eindringlinge mit Hilfe von Freeware und kommerzieller Software vermitteln.

Aktuelle Conteste
16. Juni: AGCW-DL VHF/UHF Contest
16. bis 17. Juni: JARL All Asian DX Contest
23. bis 24. Juni: King of Spain Contest und Ukrainian DX Digi Contest
Die Ausschreibungen finden Sie auf der Webseite des DX und HF-Funksportreferates [dx] sowie mittels der Contesttermin-Tabelle in der CQ DL 6/12 auf S. 432.

Der Funkwetterbericht vom 13. Juni, erstellt von Hartmut Büttig, DL1VDL
Rückblick vom 5. bis 12. Juni: Vom 5. bis 6. Juni war die Sonne ruhig, wobei die Region 1499 C-Flare aktiv war. Am 6. Juni emittierte die Region 1494 einen M-Flare, danach folgten wieder zwei Tage mit 15 C-Flares, bevor die Region 1504 drei M-Flares auslöste. Insgesamt gab es 42 C-Flares und 4 M-Flares. Die gemessenen Fluxwerte bewegten sich zwischen 124 und 139, die Sonnenfleckenzahlen zwischen 90 und 154. Das geomagnetische Feld stand unter dem Einfluss intensiven Sonnenwindes und wechselte zwischen unbestimmt bis aktiv. Stark gestörte Tage waren der 5., 6., 11. und 12. Juni. Die Ausbreitung auf den oberen Kurzwellenbändern war brauchbar, die besten Bänder waren 20, 17 und 15 m, während 12 und 10 m nicht täglich richtig öffneten. Sporadische E-Schichten sorgten dennoch für laute Short-skip-Signale, auch auf 6 m, wobei auf dem magischen Band an einigen Tagen brauchbare kurze Öffnungen nach Nordamerika und Afrika bestanden. Das 2-m-Band überraschte mit ersten Tropo-Überreichweiten, beispielsweise am 5. Juni.

Vorhersage bis zum 13. Juni:
Die Regionen 1504 - bestehend aus 15 Flecken - und 1507 - umfasst 10 Flecken - bleiben M-Flare verdächtig. Die anderen fünf Regionen sind eher unauffällig. Je nach sich entwickelnder Flaretätigkeit wird auch das Erdmagnetfeld reagieren. Wir erwarten etwa gleiche Ausbreitungsbedingungen wie in der Vorwoche sowie sporadische E-Schichten auf 10 und 6 m.

Es folgen nun die Orientierungszeiten für Gray-Line DX, jeweils in UTC:

Sonnenaufgang: Auckland/Neuseeland 19:31; Melbourne/Ostaustralien 21:33; Perth/Westaustralien 23:14; Singapur/Republik Singapur 22:58; Tokio/Japan 19:24; Honolulu/Hawaii 15:48; Anchorage/Alaska 12:18; Johannesburg/Südafrika 04:52; San Francisco/Kalifornien 12:47; Stanley/Falklandinseln 11:57; Berlin/Deutschland 02:43.

Sonnenuntergang: New York/USA-Ostküste 00:28; San Francisco/Kalifornien 03:33; Sao Paulo/Brasilien 20:27; Stanley/Falklandinseln 19:51; Honolulu/Hawaii 05:14; Anchorage/Alaska 07:35; Johannesburg/Südafrika 15:23; Auckland/Neuseeland 05:10; Berlin/Deutschland 19:30.

Das waren die Meldungen des DARC-Deutschland-Rundspruchs. Die Redaktion hatte Stefan Hüpper, DH5FFL, vom Amateurfunkmagazin CQ DL. Diesen Rundspruch gibt es auch als PDF- und MP3-Datei auf der DARC-Webseite sowie in Packet Radio unter der Rubrik DARC. Meldungen für den Rundspruch - mit bundesweiter Relevanz - schicken Sie bitte per Post oder Fax an die Redaktion CQ DL sowie per E-Mail ausschließlich an redaktion@darcverlag.de. Vielen Dank fürs Zuhören und AWDH bis zur nächsten Woche!

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Verzeichnis der Internetadressen (Rundspruchsprecher: Bitte nicht vorlesen!):
[1] www.darc.de/mitglieder/referate/dx/contest/ctu/ctu-anmeldung/
[2] www.darc.de/aktuelles/ham-radio
[3] sv5byr.blogspot.de/2012/06/sv5dj6si-court-decision.html
[4] www.darc.de/mitglieder/darc-info/satzung-des-darc-ev
[dx] www.darc.de/referate/dx/

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