HAM RADIO 2026

Das Ende einer Ära: Warum Kanadas Zeitzeichen-Legende CHU im Juni 2026 verstummt

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Quelle: DARC 26.05.2026

Für viele von uns gehört es zum festen Ritual: Man sitzt nachts im Shack, schaltet den Transceiver oder SDR ein, dreht über die Bänder und landet unweigerlich auf einer der charakteristischen Frequenzen knapp außerhalb der Amateurbänder. Das vertraute, rhythmische Ticken, gefolgt von einer markanten Stimme, die abwechselnd auf Englisch und Französisch die Uhrzeit verkündet. Für Kurzwellenhörer (SWLs) und Funkamateure in ganz Europa und Nordamerika war diese Station ein verlässlicher Leuchtturm im Äther. Doch damit ist bald Schluss.

 

Am 22. Juni 2026 wird das National Research Council Canada (NRC) den Kurzwellen-Sendebetrieb seiner offiziellen Zeitzeichenstation CHU dauerhaft einstellen. Ab diesem Tag bleiben die vertrauten Frequenzen 3330 kHz, 7850 kHz und 14670 kHz leer. Das NRC verweist für die Zukunft nüchtern auf moderne Alternativen: das Network Time Protocol (NTP) für Computer, Web-Uhren und den klassischen Telefondienst.


Für die DX-Community im Alter zwischen 25 und 49 Jahren – eine Generation, die zwar mit dem Internet aufgewachsen ist, aber die Faszination für analoge HF-Technik und die Physik der Ionosphäre teilt – geht damit ein Stück lebendige Radiogeschichte verloren. CHU war nicht nur ein Zeitanzeiger; der Sender diente uns als unschätzbare Bake, um die Bedingungen auf den Bändern 80 m, 40 m und 20 m in Echtzeit zu beurteilen.



Die Geburtsstunden: Von Pendeln und Morsezeichen


Die Geschichte von CHU reicht erstaunlich weit zurück – in eine Epoche, als das Radio selbst noch in den Kinderschuhen steckte. Alles begann im Jahr 1923 unter der Ägide des Dominion Observatory in Ottawa. Die allerersten experimentellen Aussendungen liefen unter dem Rufzeichen 9CC auf der Langwelle (275 Meter).

Mit dem rasanten Fortschritt der Funktechnik erkannte man schnell das enorme Potenzial der Kurzwelle, um die riesigen, oft unzugänglichen Weiten Kanadas flächendeckend mit der exakten Uhrzeit zu versorgen – eine Notwendigkeit für die Schifffahrt, die Eisenbahn und die Vermessung des Landes.

 

  • 1929: Regelmäßige Tagesaussendungen starteten unter dem Rufzeichen VE9OB auf einer Wellenlänge von etwa 40,8 Metern.
  • 1933: Die Frequenzstabilität machte dank der Einführung von Quarzkristall-Steuerungen einen Quantensprung. Zuvor wanderten die Frequenzen der Röhrensender mangels präziser Bauteile oft spürbar aus.
  • 1938: Das heute weltbekannte Rufzeichen CHU erblickte offiziell das Licht der Welt. Der Sender strahlte damals auf 3330 kHz, 7335 kHz und 14670 kHz aus – allerdings mit einer für heutige Verhältnisse winzigen Sendeleistung von gerade einmal 10 Watt. Während der 1000-Hz-Ton bereits von Quarzoszillatoren erzeugt wurde, basierten die Sekundenimpulse kurioserweise immer noch auf den mechanischen Pendeluhren des Observatoriums.

 

Atomzeitalter und technische Finessen

Im Jahr 1967 hielt die Moderne endgültig Einzug: CHU stellte auf Cäsium-Atomuhren um, was die Genauigkeit in astronomische Höhen schraubte. Drei Jahre später, 1970, wechselte die Verantwortung von den Astronomen des Observatoriums zu den Physikern des National Research Council (NRC).

 

Für Funkamateure war CHU technisch immer ein faszinierendes Studienobjekt. Im Gegensatz zu vielen anderen Zeitzeichensendern nutzte CHU ein ganz besonderes Sendeformat: H3E (Zweiseitenband-Amplitudenmodulation mit unterdrücktem Unterseitenband, wobei der Träger voll erhalten blieb). Dies erlaubte es DXern, das Signal sowohl mit einfachsten AM-Radios als auch im exakten SSB-Modus (USB) zu empfangen. So mancher von uns hat beim Testen eines neuen Transceivers als Erstes CHU eingestellt, um die SSB-Filter zu überprüfen.


Auch das akustische Design war durchdacht. In den letzten 10 Sekunden jeder Minute erfolgen eine zweisprachige Stationskennung und eine Zeitansage; dabei werden die 1000‑Hz‑Sekundenimpulse zu kurzen „Ticks“ verkürzt. 


Ein Highlight für technikbegeisterte Hörer war der charakteristische „Warble-Ton“ (ein ratterndes Modemsignal) zwischen der 31. und 39. Sekunde jeder Minute. Dieser Code entsprach dem alten Bell-103-Standard mit 300 bps. Er ermöglichte es Computern bis weit in die 1990er-Ebene hinein, über ein einfaches Telefonmodem am Funkempfänger die Systemzeit vollautomatisch und hochpräzise zu synchronisieren.



Die Stimmen im Äther und der Frequenzwechsel


Bis zum 1. April 1990 verkündete CHU die Zeit in der lokalen Eastern Standard Time (EST). Erst danach schloss man sich dem internationalen Standard an und stellte vollständig auf die koordinierte Weltzeit (UTC) um.


Gleichzeitig wurden die Durchsagen digitalisiert. Seit 1990 hören wir dieselben zwei Sprecher im wechselnden 1-Minuten-Takt: Die englische Ansage („NRC Coordinated Universal Time...“) stammt von Harry Mannis, einem ehemaligen bekannten CBC-Sprecher. Die französische Stimme („Heure normale du Conseil national de recherches...“) gehört Simon Durivage von Radio Canada. Diese Stimmen haben sich tief in das akustische Gedächtnis von Generationen von Kurzwellenhörern eingebrannt.


Manch einer unter uns wird sich vermutlich noch an die letzte große technische Umstellung zur Jahreswende 2008/2009 erinnern. Über Jahrzehnte hinweg sendete CHU auf 7335 kHz. Da die Internationale Fernmeldeunion (ITU) das 40-Meter-Rundfunkband jedoch neu ordnete, wurde die Frequenz zunehmend von extrem starken, internationalen Broadcastern überlagert. CHU war kaum noch aufzunehmen. Pünktlich zum Neujahrstag 2009 zog der Sender deshalb auf die heutige Frequenz 7850 kHz um, wo er zuletzt mit 5 kW Leistung betrieben wurde (während die beiden anderen Frequenzen mit 3 kW arbeiteten).



Ein unersetzbarer Verlust für die Radio-Community

Warum schmerzt das Ende von CHU uns so sehr, obwohl wir die Uhrzeit auf jedem Smartphone ablesen können? Für die Amateurfunk- und SWL-Community ist ein Zeitzeichensender weitaus mehr als eine Uhr. CHU fungierte als globales Werkzeug. Wenn man wissen wollte, ob die „Greylinie“ (die Tag-Nacht-Grenze) Richtung Nordamerika offen war, drehte man auf 7850 oder 14670 kHz. Kam das Signal aus dem Südwesten Ottawas (genauer gesagt aus dem Senderstandort nahe der Station in Southwest-Ottawa bei 45° 17' 47" N, 75° 45' 22" W) mit S9 im Shack an, wusste man: Das Band ist offen, die Bedingungen sind exzellent.


Zudem stirbt mit der Abschaltung ein Stück analoger Romantik. Das bewusste Heraushören eines Signals aus dem atmosphärischen Rauschen (QRM/QRN) und das synchrone Ticken im Hintergrund einer nächtlichen Bastelsession lässt sich nicht durch ein steriles NTP-Signal aus dem LAN-Kabel ersetzen.


Die letzte Jagd nach der QSL-Karte

Wer noch keinen Empfangsbericht nach Ottawa geschickt hat, sollte die verbleibende Zeit bis zum Juni nutzen. Das NRC hat bestätigt, dass korrekte Berichte nach wie vor mit der traditionellen CHU-QSL-Karte beantwortet werden. Die Karte zeigt historisch passend Sir Sandford Fleming, den kanadischen Eisenbahningenieur und „Vater der weltweiten Zeitzonen“.

 


Wenn am 22. Juni 2026 die Sender endgültig abgeschaltet werden, verliert die Kurzwelle einen ihrer verlässlichsten Akteure. Uns bleibt nichts anderes übrig, als ein letztes Mal die Stoppuhr zu drücken, den Empfänger einzustellen und den Stimmen von Harry Mannis und Simon Durivage zuzuhören, bevor sie für immer im Rauschen des Äthers verschwinden. 73 an CHU – danke für ein Jahrhundert Präzision.  

Umstellung bei Satellite Catalog Number

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Quelle: FA 26.05.2026 und DM4TG

 

Die Satellite Catalog Number (SCN), auch bekannt als NORAD-Nummer ist eine eindeutige fünfstellige Identifikationsnummer für künstliche Erdsatelliten. Funkamateure kennen sie aus Tracking-Programmen, die zur Vorhersage von Überflügen verwendet werden. Anhand der SCN werden die zur Berechnung notwendigen Bahndaten identifiziert und heruntergeladen.



Aufgrund der Zunahme von Raketenstarts, sowie der Möglichkeit und Notwendigkeit auch Trümmer von etwa 1 cm Durchmesser zu erfassen, hat der Bedarf an Nummern stark zugenommen. Am 19. Mai 2026 wurde die 69123 vergeben.



Das US Space Surveillance Network (SSN), welches die Nummern vergibt, hat entschieden, die Umstellung auf ein neunstelliges Sytem bei der Nummer 69 999, nicht erst bei 100 000 vorzunehmen, was um den 12. Juli 2026 erwartet wird.



Um das seit Jahrzehnten bekannte TLE-Format, das nur fünfstellige Nummern zulässt, weiter zu nutzen, wird das Portal Space-Track.org nach eigenen Angaben auf das Alpha-5-Format setzten. Hierbei werden für die erste Ziffer auch Buchstaben verwendet (siehe Abbildung 1). Die Buchstaben I und O werden nicht genutzt, um Verwechslungen mit den Zahlen 1 und 0 zu vermeiden. Damit ist es möglich, 240 000 weitere Objekte (bzw. Nummern) darzustellen, ohne das klassische Format mit fixer Breite aufgeben zu müssen. Die Kapazität zur Anzeige des bisherigen TLE-Formats wird damit auf 339 999 Objekte erweitert. Objekte unter 100 000 sind von Alpha-5 nicht betroffen, sie bleiben unverändert.



Das Portal CelesTrak.org wird die neunstellige Zahl der SSN verwenden und auf andere Formate, wie CSV, KVN, JSON und XML wechseln.



Mit der Umstellung werden bei der Verteilung der Bahnelemente an die Nutzer Anpassungen notwendig. Die kostenfreie Bereitstellung der Daten wird davon nicht betroffen sein. Bei den Formaten sind Änderungen zu erwarten, die jedoch überschaubar sind.
 

ARISS bereitet sich auf Amateurfunkkommunikation vom Mond aus vor

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Während ihres Vortrags auf der Hamvention mit dem Titel "ARISS: 25 Jahre auf der ISS und Pionierarbeit für neue Raumfahrtmöglichkeiten für Funkamateure und Jugendliche" gab ARISS die Gründung von "Amateur Radio Exploration", kurz AREx, sowie ihre Zusammenarbeit mit der NASA bekannt. Diese könnte innerhalb künftiger Mondmissionen eine mögliche Amateurfunkpräsenz auf dem Mond zur Folge haben.

 

AREx ist ein gemeinsames Konsortium von AMSAT und ARISS. Obwohl zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts feststeht, spekulierte ARISS über die Art der Funkausrüstung, die es Funkamateuren ermöglichen könnte, über den Mond zu kommunizieren. Das Projekt könnte CAVIAR lauten und bedeutet übersetzt Kommunikation, Audio, Video und Bildgebung mittels Amateurfunk.

 

Mit dabei sein könnten Kameras für die Bildgebung von Erde, Mond und Fahrzeugen, die Unterstützung von Sprache, digitalen Daten und Video, HF-Links auf 10 und 5 GHz, unterstützt durch ein Netzwerk von Bodenstationen. Laut dem Vortrag sollte man die ARISS-Webseite für Ankündigungen in der Zukunft im Auge behalten.

 

Quelle: Ham Radio Daily 21.05.206.

Zehn Milliarden Jahre zurückgeblickt

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Quelle: FA 2026-05-20 und AMSAT DL

 

Wie die AMSAT mitteilt, ist es erstmalig gelungen, mit zwei Radioteleskopen gemeinsam einen Quasar zu beobachten. Es handelt sich um das 20 m messende Bochumer Teleskop sowie um jenes im niederländischen Dwingeloo mit 25 m Durchmesser.

 

Beide Anlagen arbeiteten dabei als Interferrometer. Auf diese Weise lassen sich zwei räumlich getrennte Antennen so synchronisieren, dass sie wie ein riesiges Teleskop mit einer Basislinie von mehreren Hundert Kilometern wirken. Im Ergebnis werden so winzigste Strukturen beobachtbar.

 

Die Radiowellen des Quasars haben rund zehn Milliarden Jahre Reisezeit mit Lichtgeschwindigkeit hinter sich. Zum Vergleich: Unser Sonnensytem existiert erst 4,6 Mrd. Jahre.

 

Bemerkenswert ist ferner, dass dabei die uns Funkamateuren bestens vertraute Technik des software-definierten Radios, also SDR, zum Einsatz kam. Ausführlicher ist das Ganze hier nachzulesen.

 

 

Belgische Streitkräfte rufen Funkamateure zur Unterstützung auf

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Quelle: DARC HF-Referat, Tom Kamp DF5JL 09.05.2026

 

Es ist ein eher ungewöhnlicher Aufruf - das belgische Verteidigungsministerium sucht im Rahmen seines Programms „Innovation for Defence“ (Inno4Def) gezielt die Zusammenarbeit mit der Amateurfunk-Community: Vom 22. bis 24. Mai 2026 findet dazu im Ausbildungszentrum für Kommandos in Marche‑les‑Dames bei Namur das Innovations-Wochenende „Battlefield of Things 3“ (BoTH 3) statt.

Die Erfahrungen aus jüngsten globalen Konflikten zeigen, dass das elektromagnetische Spektrum in militärischen Auseinandersetzungen zum kritischen Faktor geworden ist. Ob FPV-Drohnen, Breitband-Störsender oder mobile Radarsysteme – das Funkfrequenzspektrum ist heute ein dicht besiedelter und hart umkämpfter Raum. Dabei ist es lebenswichtig, Signale in Echtzeit zu erkennen und zu identifizieren. Doch stoßen starre militärische Beschaffungsprozesse oft an ihre Grenzen, weshalb man nun auf die Agilität und das Spezialwissen der „Maker“-Szene und der Funkamateure setzt.



Die Organisatoren betonen, dass gerade das fundierte Praxiswissen über Antennenbau unter improvisierten Bedingungen, Wellenausbreitung in schwierigem Gelände sowie der versierte Umgang mit Software Defined Radio (SDR) für die Entwicklung neuer Prototypen von unschätzbarem Wert ist. Gesucht werden daher keine Theoretiker, sondern „pragmatische Macher“ mit Hands-on-Erfahrung, die bereit sind, in multidisziplinären Teams – bestehend aus Soldaten, Ingenieuren und Studenten – innerhalb von zweieinhalb Tagen funktionstüchtige Lösungen zu entwickeln.



International nehmen solche Kooperationen zu, weil die Flexibilität des Amateurfunks oft schneller praktikable Lösungen bietet als klassische Rüstungsprojekte. Aus Sicht des Amateurfunks bietet die Veranstaltung nicht nur die Chance, die Relevanz des eigenen Hobbys in einem sicherheitspolitischen Kontext zu unterstreichen, sondern ermöglicht auch einen tiefen Einblick in aktuelle technologische Trends der Verteidigungstechnik. Mehr Informationen unter https://inno4def.be/both-3.

 

Vom Beton- zum Stahl-Funkturm

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Hier möchte ich auf einen interessanten Bericht des Funkamateurs vom 28.04.2026 verweisen.

 

Die Funk- und Fernsehtürme aus Beton mit Geräteparks und Restaurants in soliden Innenräumen sind eine typisch deutsche und europäische Erfindung, die mit dem Stuttgarter Fernsehturm 1956 begann. In den USA finden sich dagegen eigentlich nur Stahlgitter-Sendemasten mit den technischen Einrichtungen in Gebäuden am Boden. Auch in Europa war dies neben Holzmasten in den frühen Jahren die verbreitetste Technik, um Funk- und Sendemasten zu bauen — und wird sie nun auch wieder.
 

Das entsprechende Video habe ich ebenfalls angehängt.

Geschichte der Fernsehtürme.mp4

Im Notfall mit Amateurfunk und Satellit kommunizieren

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Großflächige Stromausfälle wie unlängst in Berlin haben gezeigt, wie leicht Infrastruktur zerstört werden kann. Wie sich Kommunikation auch im Notfall aufrechterhalten lässt, haben Informatikstudenten der Hochschule Darmstadt in einem internationalen Lehrprojekt mit italienischen und französischen Kommilitonen erprobt. Gemeinsam haben sie auf dem Darmstädter Campus eine Bodenstation gebaut, die auf Amateurfunkfrequenzen einen geostationären Satelliten im All anpeilt. Dieser wiederum sendet ihre Signale an die halbe Welt.

 

„CQ, CQ, hier ist Darmstadt, das ist ein Test.“ Eine Achtelsekunde braucht der Funkspruch, um die rund 36.000 Kilometer lange Strecke zum Satelliten zurückzulegen und nochmals die gleiche Zeit, um von dort zurück zur Erde gespiegelt zu werden. Der kommerzielle Orbiter QO-100, den die Darmstädter Studenten mit ihrer Parabolantenne angepeilt haben, „ist der bekannteste Satellit für Amateurfunker weltweit“, sagt Stefan Valentin, Professor an der Hochschule Darmstadt. Der Orbiter steht an einem festen Punkt im All über Afrika. Wer ihn anfunkt, ist von Südamerika bis in die Mitte von China zu empfangen.

 

In Cornwall kam das erste Signal an

 

Das erste Signal vom Dach des Fachbereichs Informatik ging in Cornwall in England ein, wie Valentin berichtet. Auch dort haben Amateurfunker eine Bodenstation gebaut, die den Funkspruch der Darmstädter einfing und beantwortete. Für die Bachelorstudenten ein aufregender Moment. Wochenlang hatten sie zuvor unter Valentins Anleitung die technischen Komponenten zusammengebaut, an Antenne, Signalverarbeitung und der Hardware getüftelt und eine Website entwickelt. Verwendet haben die Studenten dabei die Software-Defined-Radio-Technik (SDR), die analoge Funksignale digitalisiert und auf dem Computer in Echtzeit direkt verwendbar macht. Signale können so live ins Internet gestreamt werden.

 

Die Studenten haben ein Web-SDR programmiert, eine Website, auf die sich jeder überall auf der Welt einloggen kann. Die Funksignale ihrer Satellitenbodenstation können über https://websdr.fbi.h-da.de/sdr rund um die Uhr im Internet verfolgt werden. Im Webbrowser erscheint das bunt eingefärbte Empfangssignal wie auf einem Messinstrument, begleitet von statischem Rauschen sowie Funksprüchen, meist auf Englisch, die auch als Balken auf dem Display sichtbar werden.

 

„Es funktioniert. Wir haben das ziemlich schnell mit viel Spaß hinbekommen“, sagt der Professor. Doch die Ausrichtung der Antenne war knifflig. Schon eine Abweichung von einem Grad bedeutet, dass das Signal den weit entfernten Satelliten im All womöglich um Hunderte Kilometer verfehlt. „Mit Kompass und Berechnung war aus theoretischer Sicht alles klar, aber in der Praxis bedeutete es einen halben Tag Arbeit, bis wir das erste Signal empfangen haben.“

 

 

Im Amateurfunk ist Verschlüsselung verboten

 

In dem Projekt konnte Valentin seine Erfahrungen weitergeben. Der Professor für Mobile Netzwerke hat als Forschungsingenieur viele Jahre auch im Ausland in der Mobilfunkindustrie gearbeitet und ist selbst begeisterter Amateurfunker. Der 47 Jahre alte Wissenschaftler besitzt einen Funkschein, der rechtlich nötig ist, wenn man Funksprüche in die Welt senden will. Unter den Amateuren gibt es feste Regeln: „Verschlüsselungen sind nicht erlaubt, und es ist verpönt, über Politik zu sprechen. Völkerverständigung ist das Ziel.“

Einen internationalen Ansatz hat auch sein Lehrprojekt, das Teil des Erasmus Blended Intensive Programme (BIP) ist. Die Informatikstudenten der Darmstädter Hochschule haben dabei mit Kommilitonen der Grande École Télécom Saint-Étienne in Frankreich und der italienischen Universität Padua zusammengearbeitet. Das BIP kombiniert virtuelle Zusammenarbeit mit kurzen, intensiven Präsenzphasen im Ausland.

Hintergrund sind jedoch nicht allein die internationale Kooperation, das Informatikwissen oder der Spaß an der Technik. Vielmehr ging es Valentin in dem Projekt auch darum, Wege für eine robuste Kommunikation in Not- oder Katastrophenfällen zu zeigen. Im nächsten Wintersemester wird das Projekt fortgeführt. Dann will er mit Studenten die Satellitenbodenstation auf dem Dach der Hochschule mit sogenannten Mesh-Netzwerken verbinden, um die Reichweite zu vergrößern.

 

Krisenkommunikation über Kleinstcomputer

 

Mesh-Verbindungen sind dezentrale, kleine Funknetze, die ohne viel Infrastruktur auskommen. Dafür braucht es Kleinstcomputer, die mit der frei nutzbaren Long-Range-Funktechnologie über kleine Antennen betrieben werden. „Die Lo-Ra-Technik wird heute schon eingesetzt, etwa um aus der Ferne Strom- oder Wasserzähler abzulesen“, erklärt der Professor.

 

Diese Kleinstcomputer kosten nur kleine Eurobeträge und lassen sich ohne Internet per Bluetooth direkt mit dem Handy koppeln. Über eine Chat-App können dann Menschen auch in Krisensituationen miteinander kommunizieren, selbst wenn das Stromnetz und die Mobilfunknetze ausgefallen sind. Über Batterie oder Powerbank funktioniert das mindestens eine Woche lang auch ohne Netzstrom. „Die Geräte verbinden sich untereinander, und das System lässt sich inzwischen sehr einfach von Bürgern ohne Fachkenntnisse bedienen“, sagt Valentin. Schon während der Ahrtal-Flut wäre das eine gute Lösung gewesen, ist er überzeugt.

Die praktische Projektarbeit hat für den Experten noch eine weitere Komponente. Mit der nächsten Mobilfunkgeneration 6G sollen künftig direkte Verbindungen zwischen Kommunikationssatelliten und Smartphones möglich werden. „Wir können uns dann mit unseren Handys direkt mit dem Orbit verbinden“, so Valentin. Das heißt, es soll so gut wie keine Funklöcher mehr geben. Seine Studenten will er mit Projekten wie der Satellitenbodenstation auf die neuen Technologien vorbereiten. Theorie allein reiche nicht, findet er. „Praktisches Bauen hilft beim Verstehen komplexer Systeme.“



Quelle: FAZ 07.04.2026

 

 

Die erfolgreichsten DXpeditionen

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Die German DX Foundation hat die erfolgreichsten DXpeditionen aufgelistet. Im Bild rechts sind die TOP 15 aufgelistet. 
Weitere in der Liste der 500 DXpedtionen über den Link zur Seite der German DX Foundation. (https://gdxf.de/megadxpeditions/honorroll.php)

 

Die gerade zu Ende gegangene DXpedition J51A nach Guinea-Bissau führt dabei die Liste mit über 250.000 QSOs an, insgesamt 15 DXpeditionen liegen über 150.000 QSOs, weitere 45 über 100.000 QSOs und insgesamt sind 473 DXpeditionen gelistet, die über 30.000 QSOs abwickeln konnten.

 

Quelle FA 2026-03-23

Deutschspr. MW/KW-Rundfunkaussendungen

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Welche Station sendet wo auf Deutsch?

 

Hier eine Schnellübersicht deutschsprachiger Rundfunkaussendungen auf Mittel- und Kurzwelle - ohne Anspruch auf Vollständigkeit / ohne Gewähr.

 

Die Liste ist sortiert nach Sendezeit und listet Stationsnamen, Zielgebiete und Senderstandorte.

Quelle ist die bekannte EIBI-Liste von Eike Bierwirth (eibisspace.de), vom DARC augearbeitet.

 

Quelle: DARC 23.02.2026

Liste deutschsprachiger Rundfunksendungen.pdf

Schwarze Kanäle – Piratenradios in der DDR

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Hier möchte ich auf einen interessanten Audiobericht hinweisen.

 

1986 kündigten Flugblätter in Ostberlin den Start eines „unabhängigen Senders“ an. Daraufhin fuhren Peilwagen durch die Straßen, hunderte zivile Stasimitarbeiter waren im Einsatz und ein Hubschrauber mit einem Ortungsgerät kreiste über der Stadt. Vergeblich. Pünktlich meldete sich der illegale Radiosender auf der UKW-Frequenz.

 

Radiopiraten zwischen Sachsen, Berlin und Mecklenburg nahmen ein hohes Risiko auf sich. Neben politischen Motiven war es oftmals eine fast kindliche Begeisterung für westliche Popkultur, die auf fiebrige Bastelleidenschaft, jugendliches Aufbegehren und ungestillte Abenteuerlust trafen.

30 Jahre nach dem Tod von Konrad Zuse – Pionier des Computers

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Bild: Creative-Commens-Lizenz Wikipedia

Am 18. Dezember 2025 jährte sich der Todestag von Konrad Zuse zum 30. Mal. Der deutsche Bauingenieur und Erfinder gilt als einer der bedeutendsten Wegbereiter der modernen Informatik. Mit der Z3 stellte er 1941 den ersten funktionsfähigen, programmgesteuerten und frei programmierbaren Rechner der Welt vor – ein Meilenstein der Technikgeschichte.

 

Zuse dachte seiner Zeit weit voraus: Mit dem „Plankalkül“ entwickelte er bereits in den 1940er-Jahren eine der ersten Programmiersprachen überhaupt. Später gründete er die Zuse KG, eines der ersten Computerunternehmen weltweit, und trug maßgeblich dazu bei, rechnergestütztes Denken in Wissenschaft und Wirtschaft zu etablieren.

 

Sein Leben und Werk werden heute im Konrad-Zuse-Museum Hünfeld anschaulich bewahrt. Originalexponate, Nachbauten seiner Maschinen und multimediale Präsentationen machen dort die Anfänge der Computertechnik lebendig. Zum 30. Todestag erinnert das Museum an einen Visionär, dessen Ideen unsere digitale Welt bis heute prägen.

 

Link zum Museum (hier klicken)

 

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